Geschichte DIALOOG und Dynamische Urteilsbildung
Der Impuls
Lex Bos (1925-2006) promovierte 1974 an der Universität Wageningen mit der Arbeit „Urteilsbildung in Gruppen, Polarität und Rhythmus als Schlüssel zur Entwicklung sozialer Organismen“. In seiner Dissertation legte er eine Reihe noch nie dagewesener und bahnbrechender Elemente offen, die dem menschlichen Urteilsprozess zu Grunde liegen. Mit seiner Arbeit durchbricht er das lineare Denken über Urteilsvermögen (Vorstellung => Urteil=> Entscheidung), das zu jener Zeit führend war und manchmal heute noch ist. Der Umgang mit Urteilen war eines seiner Lebensthemen. Viele Menschen fixieren sich und die Prozesse, in denen sie sich mit anderen befinden, mit schnellen Urteilen. Indem er sich auf das Individuum konzentriert und offene Fragen stellt- was damals nicht üblich war- weiß L.Bos, wie man Menschen und Organisationen in Bewegung bringt. Vom Jammern zum Fragen. Die Lemniskate als Metapher schafft ein klares und reales Bild von Urteilsprozessen. Auf diese Weise schafft L.Bos die Möglichkeit, „inhaltlich, methodisch und objektiv so wissenschaftlich zu arbeiten, dass eine Gesellschaft mit menschlichem Antlitz erscheint.“(Bos,A.H., Judgement-making in groups, 1974. S.3)
Die ersten Jahre
Einige Jahre nach der Veröffentlichung der Dissertation begannen die ersten Trainingseinheiten. Niko Kollewijn spielte dabei eine zentrale und anregende Rolle. An Hochschulen, in Ministerien und in der Wirtschaft wurde das Urteilstraining eingesetzt, z.B. bei Phillips, Douwe Egberts. Im damaligen staatlichen Postunternehmen, der PTT (heute PostNL), war Martin van der Broek die erste zentrale Person als Trainer. Er erhielt zunehmend Anfragen von Pädagogen/Trainer, die in der Arbeit mit und der Praxis von Dynamischer Urteilsbildung geschult werden wollten. Dies führte zur Gründung der Stiftung DIALOOG durch Martin van den Broek, Maarten Klatte und Lex Bos im Jahr 1990.
Stiftung DIALOOG
Die Stiftung DIALOOG wurde mit dem Hauptziel gegründet, Menschen in der praktischen Anwendung von Dynamischer Urteilsbildung zu schulen. Darüber hinaus steht die Stiftung für die Weiterentwicklung des Modells der Dynamischen Urteilsbildung, der Methodik und den Anwendungsmöglichkeiten. Zu diesem Zweck unterhält die Stiftung DIALOOG ein aktives Netzwerk von Personen, die Dynamische Urteilsbildung anwenden. In den 1990er Jahren wuchs die Zahl der ausgebildeten Fachleute, und damit auch die Zahl der Unternehmen und Organisationen, die sich mit Dynamischer Urteilsbildung beschäftigten. Weitere Anwendungsbereiche kamen hinzu: Mediation, Einzelcoaching, Team – und Organisationsentwicklung. Bos sprach auf mehreren internationalen Konferenzen, arbeitete mit Unternehmen und Organisationen im Ausland zusammen und gab eine Reihe von internationalen Meisterkursen. N diesen Kursen erörterte er die neusten Entwicklungen und Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Dynamischen Urteilsbildung. Im Laufe der Jahre sind mehrere Publikationen (siehe Publikationen) auf dem Gebiet der Urteilsbildung, sowohl national, al auch international erschienen. Nach dem Tod von Lex Bos im Jahr 2006 wurden alle relevanten internationalen Kontakte zusammengeführt, was im Jahr 2007 zur Gründung der folgenden Organisation führte: Die Internationale Vereinigung für Dynamische Urteilsbildung (International Association for Dynamic Judgment-Formation, IADJ)

Nederlands
English
Español - Chile
Italiano
Deutsch